Die Station DF0CG

Das Computer-Netzwerk von DF0CG

 

Computer werden in Contesten schon seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt. Mitte der 90er Jahre wurde auch bei DF0CG in Contesten das PC-Logbuch eingeführt. Dort stand dann ein 80286/80386/80486er PC mit Monitor und Tastatur zum tippen, anstatt wie früher die einzelnen Verbindungen per Hand auf Papier zu notieren. Von einem Netzwerk war damals gar keine Rede, da man immer nur eine Einmann-Station aufgebaut hat.

Beim ersten grossen Multi-/Single-Contest, dem WAEDC-CW 1999 haben wir 2 Funkstationen mit jeweils einem PC aufgebaut und diese mussten dann miteinander "vernetzt" werden. Damals haben wir sie noch per serieller Schnittstelle verbunden, was aber ausreichend war. Beim darauffolgenden WAEDC-SSB hatten wir 4 Stationen aufgebaut und da die Rechner in Reihe verbunden waren, gab es dann Probleme wenn einer ausfiel.
Wir hatten die CT v9.27 genutzt und hatten HF-Einstrahlung in einzelne Tastaturen, wodurch das Netzwerk auseinanderbrach und das Log verwurschtelt wurde.
Einem glücklichen Umstand hatten wir es zu verdanken, dass auf Markus Arbeitsstelle das komplette Rechnernetzwerk ausgetauscht wurde und wir 25 alte kleine 80386/80486er PCs bekommen haben. Diese Rechner hatten allerdings keine Laufwerke eingebaut, aber waren mit 10MBit/s-Netzwerkkarten ausgestattet.

Markus hat dann für das nötige Material gesorgt und Jörg(DL2EEK) hat im Winter 15 der PCs fertig gemacht.

Beim WAEDC-CW 2000 wurde dieses "neue" Computernetzwerk von DF0CG ausgiebig getestet. Der grosse Vorteil lag jetzt darin, dass die einzelnen PCs sternenförmig über das Hub vernetzt waren, sodass die restlichen Rechner im Log weiterlaufen, falls mal ein Rechner hängen bleibt.
Trotz dem hatten wir wieder einige Probleme im CT-Netzwerk, da wir bis dato immer noch nicht wussten, dass wir bei einer Tastatur HF-Eintrahlung hatten. Aber durch die neue Netzwerkstruktur ist aufgefallen, dass immer derselbe Rechner aussteigt und im WAEDC-SSB haben wir dann das Problem mit einem Ferritstab endgültig beheben können.

Das war dann u.a. auch der Anlass, dass Markus und Peter im Winter 2000/2001 den Mast-Anschuss-Raum aufgebaut haben, damit die HF aus den Shacks verschwindet.
Thorsten hat sich damals stark um den PC-& Netzwerk-Bereich gekümmert und hatte im Führjahr 2001 damit begonnen das CT-Netzwerk und neue Softwareversionen(CT) zu testen. Nach vielen Test-Wochen hatte er erkannt, dass die alte Version 9.27 immer noch die Beste ist, was sich dann auch weiter bestätigte.
In den beiden Contesten 2001 hatten wir keine Probleme mit dem CT-Netzwerk und alles lief wunderbar.
Seit dem ist Thorsten festes Teammitglied von DF0CG und zuständig für den gesamten IT-Bereich mit Computern, Netzwerk, etc...

Im Winter hatten wir uns zusammengesetzt und den weiteren Ausbau der Station durchgeplant. Zum einen sollte das erste Antennenstack(20m) aufgebaut werden, dann wollten wir 2 weitere Shacks aufbauen und das Computernetzwerk sollte vernünftig aufgebaut werden inclusive Telnet/Internetanschluss.
Thorsten hat dann über den Winter hinweg alte PCs bei eBay erstanden, damit zum CT-Netzwerk parallel auch Windows-Rechner zur Verfügung standen um im Internet surfen zu können. Dabei hat er dann noch ein zweites Netzwerk parallel zum ersten aufgebaut, welches für die Windows-PCs und Internetverkehr gedacht war. Somit stand ein Netzwerk ausschliesslich für das Lognetzwerk zur Verfügung und das zweite Netzwerk war für die Windowsrechner um ins Internet zu kommen. Das DX-Cluster wurde dann von einem Windowsrechner per seriellem Kabel auf einen CT-Rechner überspielt.

Im Frühsommer 2002 haben wir bei einem gemütlichen Grillabend am Baggersee zusammengesessen und beschlossen, dass DF0CG jetzt so langsam eine Homepage braucht. Noch in der gleichen Nacht hat Thorsten die Domain gebucht und eine Homepage gebastelt. Gut eine Woche später, seit dem 30. Juni 2002 gibt es die Homepage von DF0CG.

Nach dem wir in den letzten Monaten so viel an der Station gemacht hatten, haben wir zur Abwechslung mal die neuen Antennen ausgetestet und viele Conteste gefahren. Dabei kam Thorsten dann in Verbindung mit der Homepage die Idee, Bilder aus den Shacks ins Internet zu überspielen und die "ShackCams" waren geboren.

Damals war die Station in den drei Shacks für 5 Funkstationen ausgelegt, zwei in Shack 1, eine in Shack 2 und zwei in Shack 3. Jede Funkstation hatte Ihren CT-Logrechner und zusätzlich einen Windows-Rechner. Die CT-Rechner waren im 10MBit-Netzwerk vernetzt und die Funkgeräte waren per CAT-Schnittstelle an den PC angeschlossen.
Die Windows-PCs waren zwar alles nur Pentium1 133MHz bis Pentium2 266MHz, aber es war ausreichend zum Internet surfen, Cluster gucken und betreiben der ShackCams.
Es gab damals 2 Netzwerk-Knotenpunkte, im Service-Center(Bastellecke hinter Shack1) und im Shack 3. Hier standen jeweils 2 Hubs und Switches für die beiden Netzwerk. Im Service-Center waren die Rechner von Shack 1 & 2, sowie der Internetanschluss angeschlossen. Im Shack 3 hatten wir unter der Treppe unser Computerrack mit 6-9 CT-Rechner stehen, wovon 2 als Logrechner und der Rest als Reserve genutzt wurden. Hier enden auch die Linkverbindungen vom Service-Center und der Cafeteria(damals noch in unserem Bastellraum).

Das komplette System hat uns 2 Jahre lang treue Dienste geleistet, aber die Zeit von MS-DOS war im normalen Leben schon lange beendet und im Amateurfunk war jetzt auch so langsam Schluss. CT konnte die Rechner zwar vernetzen, aber es hatte keine automatische Log-Synchronisation. Fiel ein Rechner aus und wurde im Netzwerk später neu angemeldet, fehlten ihm die zwischenzeitlich geloggten Verbindungen. Daher war ein Wechsel nach Windows nötig, da dortige Programme wie Writelog, N1MM genau das angeboten haben. Gerade Writelog war hier die erste Zieladresse, aber dafür mussten dann auch die passenden Rechner her, mit unseren alten Mühlen war da nichts zu machen.

Dummerweise haben wir das Problem dann auch noch derart verdoppelt, weil wir 3 weitere Shacks(4,5 & 6) aufbauen wollten. Dafür braucht man ja noch mehr neue Rechner.
Beim WPX-CW 2004 in der Multi-/Multi-Klasse hatte Ben(DL6FBL) alle Rechner für das Writelog-Netzwerk mitgebracht.
Allerdings tat sich zur selben Zeit der wiederum glückliche Zufall auf, dass auf Markus Arbeitsstelle erneut ein PC-Austausch stattfand. Da die Rechner noch gesäubert werden mussten, haben wir sie auch erst am CQWW-SSB Wochenende erhalten und mussten auch hier noch auf fremde Rechner von Ben zurückgreifen.
Das Netzwerk in den beiden Contesten war kreuz und quer zusammengeflickt worden, hat aber trotz dem recht gut gelaufen. Allerdings hat die extreme Form der Wurfverdrahtung beim CQWW-SSB für viele Falten auf der Stirn gesorgt. Das Writelognetzwerk ist immer nach kürzester Zeit zusammengebrochen und hat das komplette Netzwerk dicht gemacht. Wie sich später aber herausstellte, handelte es sich um einen Bug in der Writelog-Software.

Trotz dem musste das komplette Computer-Netzwerk für die Multi-/Multi-Station endgültig aufgebaut werden.
Das Prinzip der beiden parallel-verlaufenden Netzwerke hatte sich bewährt und sollte auch weiterhin bestand haben. Jetzt sollen aber in beiden Netzwerken Windows-Rechner laufen und aufs Internet zugreifen können. In einem Netzwerk laufen ausschliesslich Log-Rechner und das zweite Netzwerk kann von den anwesenden Operator z.B. mit eigenen Laptops oder PCs genutzt werden.

Im Februar 2005 hat Thorsten damit begonnen das endgültige Netzwerksystem aufzubauen.
Jedes Shack und jeder Raum wurde mit Netzwerkdosen (2*CAT5-Buchse) bestückt, die farblich(rot/blau) unterschieden werden. In den 6 Shacks gibt es jeweils zwei rote und eine blaue Netzwerkdose. Blau steht hier für User-Netzwerk, wo jeder rein darf und rot steht für das Log-Netzwerk und soll auch gleichzeitig signalisieren...Finger weg!
Jede Netzwerkdose endet in ihrem Netzwerkknoten und diese sind wiederum sternförmig miteinander vernetzt. Durch die räumlichen Erweiterungen wurde das Netzwerk auf 5 Knoten erweitert, wobei Shack 3 der zentrale Knotenpunkt ist. Hier enden die Linkstrecken der anderen vier Knotenpunkte, von Cafeteria/HQ, Serverraum, Shack 4 und Service-Center.

Im Service-Center stehen 2 Switches(16 Port, rot und 8 Port, blau) in denen die Netzwerkdosen vom Service-Center selber, Shack 1 & 2 angeschlossen sind. Ausserdem endet hier noch die Linkstrecke vom Mast-Anschluß-Kasten an Tower 4 auf der Antennenwiese, wo eine Netzwerkdose montiert ist..
In Shack 4 stehen ebenfalls 2 Switches(16 Port, rot und 8 Port, blau) in denen die Netzwerkdosen aus den Shacks 4, 5 & 6 angeschlossen sind.
Im Serverraum stehen z.Zt. nur die beiden Netzwerk-/WLAN-Router und sind mit dem DSL-Anschluss verbunden. Wenn der Raum umgebaut ist, kommen hier die Server zu stehen und für beide Netzwerke ein 8 Port-Switch, sowie der WLAN-Router im User-Netzwerk. Damit kann dann jeder Operator seinen mitgebrachten Laptop in den Shacks im Keller nutzen.
In der Cafeteria stehen zwei 8 Port Switches für die Netzwerkdosen der Cafeteria. Ausserdem steht hier der zweite WLAN-Router im User-Netzwerk.
Alle vier Knotenpunkte sind mit dem Netzwerkknoten in Shack 3 verbunden. Hier stehen ebenfalls zwei Switches (16 Port, rot und 8 Port, blau) in denen die Netzwerkdosen vom Shack und eben die Linkstrecken angeschlossen sind.

Nach gut 2 Monaten hatte Thorsten den Aufbau abgeschlossen, dabei

                • 40 Netzwerkdosen
                • 70 RJ45-Westernstecker(CAT5-Stecker)
                • 3 100MBit-16Port-Netzwerkswitch
                • 5 100 Mibit-8Port-Netzwerkswitch
                • 3 54MBit-WLAN-Router
                • 5 Flaschen Sprühlack (rot/blau)
                • 550m CAT5-Netzwerkkabel

verbaut und das endgültige Netzwerksystem aufgebaut.

Als nächstes mussten die Rechner fertig gemacht werden, die Markus von seiner Arbeitsstelle bekommen hatte. Es handelt sich hierbei um 20 PC Pentium2 333MHz mit 4,3GB Festplatte, 16-bit Soundblaster Soundkarte, Netzwerkkarte. Alles wieder Rechner ohne Disketten- und/oder CD-Laufwerk. Allerdings hatten wir sehr viele alte Windowsmühlen und die CT-DOS-Rechner zum ausschlachten. Es mussten nur 2 CD-Romlaufwerke nachgekauft werden, ansonsten konnte mit den vorhandenen Laufwerken 16 Rechner fertig gemacht werden. Dabei wurde die komplette alte Computeranlage von insgesamt 38PCs und 35 Monitoren ausgeschlachtet und entsorgt. Hierfür hat Thorsten innerhalb von 14 Tagen gut 80h Arbeit investiert, um die 16 Rechner runderneuert für den anstehenden WPX-CW 2005 noch rechtzeitig fertig zu stellen.

In jedem Shack(1-6) stehen nun zwei Log-Rechner Pentium2 mit 333Mhz, 192-256MB RAM, 4,3GB HDD, Soundblaster, Netzwerkkarte, Disketten- und CD-ROM Laufwerk, sowie einer WebCam, die Bilder für unsere ShackCams produziert.
Für die Zukunft sollen sie noch alle mit einer zweiten Grafikkarten für einen zusätzlichen Monitor erweitert werden. Ausser dem werden alle Shacks und Server eine eigene USV(Notstromversorgung durch Batterie) erhalten.
Im Service-Center steht ebenfalls ein PC und zur Zeit auch die 3 Server-PCs, da der Serverraum noch nicht fertig ist. Es sind die beiden Log-Server und ein separater Server-PC für Intranet, eMail, ShackCam upload,etc...
In der Cafeteria befinden sich ebenfalls 2 PCs und zusätzlich ein alter Laptop in der Ecke der Sitzbank. Hiermit kann jeder im Internet surfen, eMails abrufen,etc...
Ausser dem gibt es in jedem Raum blaue Netzwerkdosen um weitere PCs oder Laptops anzuschliessen und WLAN steht parallel auch noch überall zur Verfügung.


Als Contest-Logging-Software haben wir bisher Writelog genutzt. Hier hatten wir in der Vergangenheit gute, aber auch einige schlechte Erfahrungen gemacht und daher hat Thorsten nach dem WPX-CW sehr umfangreiche Testreihen gemacht um Fehlerquellen auszuschliessen.
Hierzu muss man sagen, dass unser Log-Netzwerk aus bis zu 15 Rechner besteht auf denen Writelog läuft und die miteinander vernetzt sind. Diese Konstellation, vor allem mit der Anzahl von vernetzten Logrechnern findet man nicht so wahsinnig oft auf der Welt. Die meisten Contest-Netzwerke bestehen aus 2-7 Rechner, aber selten mehr und kaum jemand betreibt mehr als 10 Rechner in einem Lognetzwerk, selbst der Programmier hat nur 4 Rechner mit denen er testen kann. Somit konnte auch keiner sagen, wie sich die Software in unserem Fall verhält, denn rein netzwerktechnisch ist ein Netzwerk mit nicht mal 20 PCs ein Kinderspiel.
Zum Glück gibt es für Writelog ein Auto-Logging-Tool mit dem man automatisch loggen lassen kann.

Ende September 2005 wurde nach 22 Testreihen die Versuchsreihe mit über 1 Million geloggten Verbindungen erfolgreich eingestellt. Es gibt zwar leichte Probleme im seltenen Situationen, aber die Lösung ist mittlerweile auch bekannt.

Im CQWW-SSB 2005 lief das Netzwerk dann problemlos durch.
Allerdings lief dasselbe Netzwerk mit gleicher Software im darauffolgenden CQWW-CW 2005 gar nicht gut, um nicht katastrophal zu sagen.

Daher haben wir uns danach entschlossen von Writelog Abstand zu nehmen und uns eine andere Software auszusuchen, wobei die Auswahlmöglichkeiten nicht gerade gross sind.
Seit Anfang 2005 hatten wir von anderen Stationen sehr viele positive Berichte von einer neuen Software namens Win-Test gehört und nach dem die Berichte durchweg gut waren, haben wir uns im Winter 2005/2006 entschlossen auf Win-Test umzusteigen und die Software im ARRL-DX-Contest in CW im Februar 2006 das erste Mal auf die Probe zu stellen.

Der erste Testlauf war sehr gut verlaufen und so haben wir im darauffolgenden Monat am CQ WPX-Contest in SSB teilgenommen und Win-Test einer Feuertaufe in einem echten Multi-/Multi-Contest unterzogen. Auch hier gabs er wiederum keine Probleme mit der Software und daher werden wir zukünftig mit Win-Test weiterarbeiten.

Damit ist das Computernetzwerk von DF0CG zu 99% fertig gestellt und kann jederzeit genutzt werden. Natürlich gibt es immer noch Kleinigkeiten und Verbesserungen die gemacht werden, aber es besteht eine sehr gute Basis für Contestbetrieb.

Jetzt kann Thorsten sich um weitere Features, wie Intranet, Online-Score, Online-Auswertung,etc... beschäftigen und diese nach und nach im System implementieren und dieses weiter verbessern.

 

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